Camino 1, Tag 16

Am Vortag hatte ich gegen Etappenende mich zwar Sorgen gemacht, dass ich keinen Schlafplatz mehr in der Pilgerherberge von Portela bekommen würde, es hatte aber geklappt. Ich war an dem Morgen die Letzte auf den Beinen, hetzen sollte ich aber nicht. Ich wollte lieber gemütlich laufen und mich treiben lassen.
Ich toastete mir erstmal Brot vom Vortag, trank den Restkaffee aus, den die Südamerikaner gekocht hatten, und räumte noch mit dem Italiener ein bisschen auf. Er spülte ab; ich sorgte für Ordnung und kümmerte mich um den Müll. Als ich vor den Recycling-Tonnen im Garten stand, beschloss ich, den ganzen Müll ordentlich zu trennen. Es nahm einige Zeit in Anspruch, war aber sehr befriedigend, eine saubere, ordentliche Herberge mit fachgerecht getrenntem Müll zu verlassen.

Ich meine, ich bin ganz schön deutsch geworden. 😀

Es wurde dann spät. Erst gegen 10 brach ich auf.

Ich machte sogar noch einen kleinen Umweg über den Parque Natural Ria Barosa. Es war ein netter Ausflug; ich hielt mich dort aber nicht lange auf. Ich blieb am Fuss des Wasserfalls am Parkeingang kurz stehen, lief kreuz und quer am Bach lang und ging schließlich zum Jakobsweg zurück.

Weil ich an dem Tag so spät gestartet war, traf ich auf wenige Wander*innen. Dafür begegnetete ich einigen Radpilger*innen mehrmals sowie einer Mutter und ihrem Sohn, die in der gleichen Herberge wie ich übernachtet hatten.

Die restliche Tagesetappe war sehr ruhig. Ich fühlte mich nicht unter Druck gesetzt, irgendwo irgendwann anzukommen. Bzw. setzte ich mich diesbezüglich nicht unter Druck.

Zu Mittagszeit kam ich in Caldas de Reis an. Kurz vor dem Ortseingang schlug ich in den Pilgerführer nach Empfehlungen nach, wo ich am besten anhalten könnte. Bevor ich darüber eine Entscheidung treffen konnte, lachte mich ein schlichtes aber sehr freundliches Café-Bistrot am Wegerand an. Lauter fröhliche Gesichter auf der Terrasse, der Wirt wirkte auch sehr nett. Ich entschied mich also, erstmal dort zu essen. Und bereute es nicht.

Der Wirt konnte gar kein Englisch aber wir konnten uns mit den wenigen spanischen Vokabeln, die ich kannte, irgendwie verständigen. Er war sehr bemüht, mir galizische Spezialitäten kosten zu lassen, und obwohl ich nur ein Getränk und somit nur eine Tapa dazu wenn überhaupt hätte bekommen sollen, bekam ich mehrere. Überhaupt fühlte ich mich da sehr willkommen und entschied mich, mir die Pilgerherberge vor Ort anzuschauen, denn so entwickelte ich ein positives Gefühl über den Ort.
Schon unterwegs zur Herberge war ich entzückt: ich fand das Städchen sehr hübsch. Ein Kurort, in dem man seine Füße in Thermalwasser einfach so baden könnte. Das nahm ich mir für nach dem Einchecken vor.

Was ich dann doch wieder vergessen würde.

Die Herberge war noch wenig besucht und ich konnte mir also einen Platz in einem kleineren (4-Betten-)Schlafsaal aussuchen. Die Herberge war sehr schlicht, aber gut ausgestattet. Ich genoss mal wieder eine ergiebige, fast ungestörte warme Dusche, machte meine Tageswäsche und dehnte mich auf dem Vorplatz vor der Wäscheleine. Danach suchte ich mir ein wenig besuchtes – und pilgerfreies – Café aus und führte Tagebuch. Als die ersten weiteren Pilger*innen erschienen, ging ich weiter. Ich holte mir dann eine Süssigkeit in einer Pastelería. Ein Riesencroissant mit süßer Schlagsahne. Es war so groß und reichhaltig, dass ich an dem Tag nichts mehr essen wollte. Was für mich was bedeuten sollte!

Wenn der Nachmittagssnack zum Abendessen wird…

Nach diesem „Snack“ hatte ich den Drang, mehr zu laufen und ging erstmal in den Botanischen Garten spazieren. Die Tagesetappe war sowieso kurz gewesen und ich lief dann solange am Flussufer lang, bis ich die Stadt deutlich verlassen hatte. Unter einer Autobahnbrücke konnte ich über den kleinen Fluss gehen. Ich dachte mir, dass ich den Weg zurück auch über das andere Ufer finden könnte. Ich war etwas aufgeregt, es nicht sicher zu wissen und durch karg besiedelte und gar nicht befahrene Siedlungen auf einer „Bergstraße“ zu laufen. Die Straße verlief parallel zum Ufer und ich konnte irgendwann tatsächlich den Fluss wieder überqueren, um in das Städtchen und zur Herberge zurückzukommen.

Dort traf ich die eine Wanderin, die am Vorabend in Portela auch Ruhe im Schlafsaal gesucht hatte. Sie war mir dankbar, dass ich die anderen dort zum Schweigen gebracht hatte. Wir verabredeten uns zum Ribeiro-Wein trinken.

Ich hatte gehofft, den Wein jetzt endlich traditionell in der tazita probieren zu können. Leider meinte der Wirt, dass es „unhygienisch“ wäre und sowieso weniger gut schmecken würde, den Wein aus der Trinkschale statt aus dem Glas zu trinken. Na gut. Dann halt nicht.

So hatte ich mir das zwar nicht vorgestellt, aber es gibt Schlimmeres.

Wir haben wenig miteinander gesprochen, sie war mit ihrem Freund telefonisch verabredet, der gerade in Japan war. Sie war deswegen auf dem Jakobsweg unterwegs, weil er ohne sie seine Reise geplant hatte und sie auch einen besonderen Urlaub in der Zeit erleben wollte. Die Situation machte sie ersichtlich und offenkundig betroffen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich nach der Reise von ihm getrennt hat.

Als redselige Mitpilger*innen sich zu uns am Tisch selbst einluden, wurde es recht ungemütlich für uns etwas ruhebedürftigere Wanderinnen. Ich verabschiedete mich also bald von der Runde, meine „Ribeiro“-Kollegin nutzte die Gelegenheit auch, einen Abgang zu machen.

Am nächsten Tag würde ich bis Padrón laufen. Angeblich einem „wichtigen“ Pilgerort.

Von dieser heiteren nächsten Etappe erzähle ich hier.

Camino 1, Tag 15

Nicht ärgern lassen.

Nach dem vom Betreiber der Pilgerherge von Soutoxuste liebevoll eingerichteten Frühstück und dem Abschied von den anderen Wander*innen startete ich meine Tagesetappe. Hochmotiviert und mal wieder vergnügt über das für mich perfekte Wanderwetter und die vielen Waldabschnitte, hatte ich auch Lust auf ein bisschen Sightseeing in Pontevedra. Ich kam zu Mittagszeit dort an. Vorm Ortseingang saßen einige Pilger*innen, die ich kannte, auf der Terrasse eines Restaurants. Ich entschied mich, da Pause zu machen.

Die meisten hatten schon auspausiert. Und hatten krasse Schlammspuren in die Gaststätte hinterlassen. Ich schämte mich schon wieder. War das nicht naheliegend, die saubereren Ersatzschuhe, die jede*r mit sich trug, vor dem Hereinspazieren anzuziehen, da wir dreckige Schuhe von der Morgenwanderung hatten?! Ich verstand meine Mitmenschen mal wieder nicht. Und dann wunderten sich die Leute auch noch darüber, dass unsere Gastgeber*innen nicht immer begeistert wirkten, uns Wander*innen zu bedienen?

Kein Wunder, dass manche Wirt*innen Pilger*innen nicht so gerne zu Gast haben.

Rücksicht, bzw. Rücksichtslosigkeit. Ein Hit auf diesem Weg für mich.

Die meisten verabschiedeten sich bald von mir. „Mein deutscher Mitpilger“ lief zufällig wieder vorbei und begrüßte mich. Während ich an meiner riesigen Lammkeule weiterarbeitete, fragte ein Terrassennachbar, der bislang alleine saß, ob er sich zu mir gesellen durfte. Er war Bulgare und lebte auch in Deutschland. Ihm ginge es nicht so gut und er wüsste nicht, ob er weitergehen würde. Er hätte jedenfalls für die Nacht in der anhängenden Pension eingecheckt.

Irgendwie war das ein Ehrfurcht gebietender Moment für mich. Ich wurde immer dankbarer und beschwingt, dass es mir körperlich so gut ging. Und war umso glücklicher, als ich ihm beim Einlaufen in Santiago de Compostela ein paar Tage später doch noch begegnete. Er würde es doch auch schaffen!

Ich bummelte nach dem Mittagessen ein bisschen durch Pontevedra, denn ein paar Sehenswürdigkeiten wären laut Pilgerführer es wert, einen kleinen Umweg zu machen.

Es war ein netter etwas planloser Spaziergang, bei dem ich entspanntes „Sichverlaufen“ übte. Am Ende fand ich tatsächlich den Weg zum Ufer, so dass ich klare Sicht auf die Brückensituation haben sollte und den offiziellen Jakobsweg wiederfinden konnte: Ich musste die Puente Burgo überqueren. Gewusst, gemacht.

Puente Burgo in Pontevedra

Nach dem Verlassen der Stadt traf ich auf einen Mitpilger aus Italien, der in der gleichen Herberge bei Arcade übernachtet hatte. Er wirkte müde. Und traurig. Ich bemerkte seinen Ehering und wunderte mich ein bisschen über den Schal, den er die ganze Zeit trug. Ich stellte keine privaten Fragen. Ich hatte das Gefühl, dass er Widwer war. Er könnte gerade für seine verstorbene Lebensgefährtin laufen. Wie gesagt laufen viele Pilger*innen den Jakobsweg, um zu trauern.

Er brauchte jedenfalls gerade eine kleine Pause. Ich zog weiter.

Aufgrund der gefühlt zunehmenden Anzahl von Menschen, die unterwegs waren, und der Tatsache, dass ich noch weiterlaufen wollte, fühlte ich mich wieder unter Druck gesetzt, „schneller als die anderen“ zu sein, damit ich noch einen Schlafplatz ergattern konnte. Tatsächlich wurde es spät. Ich lief auf den letzten Kilometern mit einem Pärchen aus Südamerika, das gerade Europa zu Fuss bereiste. Die ganze Zeit konnte ich den Gedanken nicht ablegen, dass es in der nächsten Herberge vielleicht keine drei Betten mehr zu vergeben wären. Nach Portela hätte ich weitere 7 km hinterlegen müssen, um eine Unterkunft zu finden. Die beiden schienen zuversichtlich zu sein; ich war jedoch unruhig.
Als wir gegen 16:30 ankamen, konnten wir tatsächlich die letzten drei Betten belegen. Ich fühlte mich auf der einen Seite „gesegnet“, auf der anderen Seite machte ich mich Sorgen um den müden Italiener, der hinter uns noch nachkommen sollte.
Die Herberge hatte zum Glück eine Ausweichmöglichkeit und bot ihm eine Matratze in einem Nebengebäude an. Die Nacht wurde für ihn zwar kühl, aber er hatte eine Übernachtungsmöglichkeit bekommen.

Sehr schöne Tafel zum Abendessen.

Es wurde am Abend für uns alle gekocht. Wir saßen beisammen im Garten und hatten ein sehr hübsches Abendessen mit Tinto de Verano und diversen Getränken.

Vor und nach dem Abendessen hatte ich ein starkes Bedürfnis nach Ruhe und habe mich getraut, es auch deutlich zu äußern, als manche den Schlafsaal in eine Plauderecke umzuwandeln drohten. Ich hatte deswegen etwas schlechtes Gewissen, nach Ruhe zu fordern, war aber zufrieden darüber, dass es klappte. Außerdem wusste ich, dass ich nicht alleine mit diesem Bedürfnis war: Zu diesem Zweck zogen sich manche in den Schlafraum zurück, statt mit den anderen in Gemeinschaftsräumen zu bleiben.

Am nächsten Tag ging es nach Caldas de Reis, was in meiner Wahrnehmung der hübscheste Ort war, in dem ich mich auf dieser Wanderung aufhalten würde.

Davon schwärme ich hier.

Camino 1, Tag 14

Ob das so eine gute Idee war, sich so durch Wildwuchs auf gut Glück einen Weg zu bahnen?

Nachdem ich am Vortag 30 km bis Mos und somit ca. 10 km mehr als üblich gelaufen war, hatte ich eine relativ kurze Tagesetappe geplant. Nach ca. 15 km hielt ich bereits vor Arcade in Soutoxuste an. Die Pilgerherberge befände sich direkt an der Landstraße unweit von einem Strand und wäre von einem besonders freundlichen „Pilgerfreund“ betrieben. Tatsächlich war die Herberge sehr leicht von der Landstraße zu sehen. Ich hatte ein paar Stunden Zeit, bevor ich einchecken konnte, und machte mich mit Ausrüstung durch einen wildbewachsenen, kaum zugänglichen Pfad hinter dem Gebäude in Richtung Meer auf den Weg. Ich fand es aufregend, nicht sicher zu sein, ob er wirklich zu irgendwas interessantem führen würde. Vielleicht war er auch nur von ein paar größeren Tieren, die sich vor stacheligen Sträuchen nicht scheuten, ab und zu betreten.

Tatsächlich war der Pfad nicht wanderfreundlich. Er fuhr zwar irgendwohin, aber nicht direkt zum Meer. Ich landete zunächst in ein kleines Dorf und folgte dem Kompass gen Westen. Und versuchte, die Wachhunde zu ignorieren, die mich klar und deutlich machten, dass ich in der Gegend nicht willkommen wäre.

„Ruhe!“

Ich erreichte bald das Naturschutzgebiet der Bucht von San Simón. Dies war nicht der Strand, den ich mir erhofft hatte, dafür ein wunderbar ruhiger Ort, den Menschen offensichtlich selten, dafür Vögel sehr wohl aufsuchten.
Es war noch Ebbe und die Bucht war sehr sumpfig. Ich suchte mir ein Stück Damm, der eben und trocken genug war, zum Sitzen aus, und machte entspannt Picknick. Ich beobachte eine Weile die ruhige Natur vor mir.

Mir fiel auf, dass sich in besagter Bucht einiges an Müll gesammelt hatte. Und ich hatte deswegen öfter ein schlechtes Gewissen auf dem Weg bekommen, weil ich trotz „freundlichen Hinweisen“ darauf in einigen Herbergen noch keinen Abfall unterwegs gesammelt hatte. In dem Moment hatte ich sowohl nur noch einen kurzen Weg vor mir bis zu meiner Unterkunft als auch eine leere Plastiktüte da, denn ich hatte gerade meinen Proviant aufgebraucht. Ich sammelte also. Mein Beutel wurde überraschend schnell voll. Und ich hätte noch viel mehr aufheben können, wenn ich eine größere Mülltüte dabei gehabt hätte.

Es fühlte sich gut an, etwas nützliches zu machen, auf der anderen Seite war das Ergebnis meiner Sammlung erschütternd. Lauter Plastik, was teilweise schon viele Jahre alt zu sein schien, und zwar nicht wenig davon.

Die Bucht von San Simón

Ich ließ mich dann wieder von den Hunden anbellen, ging dieses Mal an der Landstraße lang zur Herberge zurück und checkte ein. Der Betreiber der Herberge war offensichtlich sehr glücklich in seinem Job und machte mir – und den anderen später – den Aufenthalt in dieser sehr einfachen aber sehr gut ausgestatteten Herberge so gemütlich, wie er nur konnte.
Ich war die Erste vor Ort und er bot mir ein Einzelzimmer an. Ohne Aufpreis. Ich schlug mit großer Begeisterung zu!

Der Abend war sehr ruhig.

Ein Paar würde am nächsten Morgen nicht weiterlaufen: sie hätte sich die Füße so wund gelaufen, dass sie abbrechen mussten. Sie hatte Tränen in den Augen. Ich war umso dankbarer, dass es mir so gut wie noch nie ging. Ich würde es schaffen können, wenn ich weiterhin auf mich selbst achten würde.

Ich war im Schwung und ging am nächsten Tag gleich wieder 27km durch viel Wald. Ich fühlte mich wirklich gut.

Mehr dazu hier.

Camino 1, Tag 13

¡Hola!

Das war’s dann also mit Portugal. Am Morgen des Aufbruchs nach Spanien kippte ich vor lauter Aufregung meinen Kaffee auf den Boden der Küche in der Pilgerherberge. Und auf meinen Schlafsack, den ich dort wieder einpacken wollte, um die Nochschlafenden im 28-Betten-Schlafsaal mit dem Rascheln nicht zu wecken. Tja.
Ich würde auf dieser Reise eh kein Glück mit Kaffeeautomaten haben…

Dafür war das Wetter mal wieder perfekt zum Wandern: bedeckt, kühl aber nicht kalt.

Nach erneutem Durchqueren der Altstadt von Valença ging es dann auf die internationale Brücke.

Über dem Rio Minho/Miño

Irgendwie konnte ich die Strecke an sich an dem Tag wenig Aufmerksamkeit schenken. Ich wollte schnell durchkommen. So bin ich zwar durch Tui gelaufen, habe aber nicht wahrgenommen, dass es eine schöne Kleinstadt war. Vielleicht auch deswegen, weil der Morgennebel noch über dem Weg hing.

Weil wir bald „nur noch“ 100km bis Santiago de Compostela laufen müssen würden, gab es ab Valença und Tui merklich mehr Pilger*innen unterwegs.

„Um heute die Compostela zu erhalten, muss man zumindest die letzten 100 km zu Fuß oder aber die letzten 200 km mit dem Fahrrad oder zu Pferd zurückgelegt haben. Als Nachweis dafür dient ein Pilgerausweis (Spanisch: Credencial de peregrino). Die Compostela bekommt man im Pilgerbüro des Domkapitels der Kathedrale von Santiago de Compostela kostenlos ausgestellt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/La_Compostela

Zu Mittag machte ich in einer Taberna Halt, die der Autor meines Pilgerführers treffend als „urig“ bezeichnete. Habe gezählt, mindestens 10% der Anwesenden waren gehbehindert. Erstaunlich.
Um die Uhrzeit waren nur Leute aus der Nachbarschaft da; viele mit dem berüchtigten Ribeiro Rotwein in einer traditionellen Trinkchale vor sich. Leider hatte ich mein *räusper* mittleweile traditionnelles Mittagsbierchen bestellt und konnte unmöglich noch einen Wein dazu trinken. Ich hoffte, dass ich eine weitere Gelegenheit bekommen würde, diesen Wein in dieser Form zu kosten, leider wurde es auf diesem Jakobsweg nichts daraus.

Tragisch. Nicht wahr? 😀

Habe später in O Porriño angehalten, um einen Espresso zu trinken. Nach dem Aufbrechen von der Gaststätte kam mir ein bekanntes Gesicht entgegen. „Mein deutscher Mitpilger“ wieder! Er war dieses Mal alleine unterwegs: seiner Begleitung ging es nicht gut und sie hätte aufgegeben; sie würde mit dem Zug nachkommen. Die andere Deutsche, mit der die beiden in der gleichen Pension übernachtet hatten, hätte ebenfalls aufgegeben. Sie hätte jetzt schon keine Lust mehr auf Spanien. Angeblich hatte sie in der Nacht zuvor einen sehr unangenehmen Abend; ich meine aber, ihr ging es nie darum, den Weg bis zum Ziel zu gehen. Sie wollte Urlaub machen. Und wie viele, die auf dem Weg dachten, sie könnten so „Urlaub machen“, gab sie auf: Für Urlauber*innen ist der Weg nicht lohnenswert: es ist einfach anstrengend und manchmal ohne die Belohnung, eine „schöne“ Strecke hinter sich gebracht zu haben. Man muss den Weg an sich gehen wollen, um ihn zu schaffen, denke ich.

Ab dem Zeitpunkt hörte ich öfter, dass Leute so aufgegeben hatten.

Auf dieser Tagesetappe gab es mehr steile Abschnitte als sonst und ich wollte etwas weiterlaufen, als ich sonst üblicherweise lief. War aber so im Schwung, dass ich den Abzweig zur angepeilten Pilgerherberge verpasste und unabsichtlich bis Mos lief. Es wurden an dem Tag 30km. Das war für meinen Geschmack zu viel, obwohl ich mich dabei sehr gut gefühlt hatte. Wusste aber, dass wenn ich mich übernähme, würde ich vielleicht wegen Verletzung oder Fussblasen abbrechen müssen. Das wollte ich nicht. Am nächsten Tag würde ich weniger laufen.

Bei der Ankunft in der Pilgerherberge wurde ich betont herzlich von einem spanischen Mitpilger dazu eingeladen, mich von ihm im Pilgerkostüm abfotografieren zu lassen, denn es lag zu diesem Zweck ein traditionelles Pilgergewand am Empfang. Es war nett.

Hatte keine grosse Lust auf Plaudern und wurde etwas perplex, wie ich das vermeiden könnte: Im Dorf schienen sich lediglich Pilger*innen aufzuhalten und es gab nur eine Gaststätte um die Ecke, wo also alle speisen und trinken würden.

Nach dem Duschen, Wäschewaschen und -aufhängen und dem Dehnen, bekam ich noch einen Nachbar im Schlafsaal: den einen Wanderer, dem ich zuvor mit seinem Kumpel mit Lautsprecher begegnet war. Auch er hatte seinen Wegbegleiter nun verloren. Der Kumpel konnte wohl nicht mehr.
Zumindest für ein paar Tage, würde ich später feststellen. Auch ihm traf ich nämlich nochmal.

Ich habe mich dann doch breitschlagen lassen, mit ihm und vielen anderen gemeinsam das Abendessen zu teilen. Da gab es für mich wieder anstrengende lange Gesprächsbeiträge von anderen. Manche redeten sogar von der Arbeit, denn sie bearbeiteten täglich ihre E-Mails noch…!?!?!?!

Ich konnte mich aber gut früh ausklinken. Es war ein schöner Abend, wobei ich bald genug hatte.

¡Buen camino!

Am nächsten Tag konnte ich mehr Zeit alleine verbringen. Nicht zuletzt, weil ich abends ein Einzelzimmer in einer Herberge belegen konnte.

Mehr dazu hier.

Camino 1, Tag 12

An dem Tag hatte ich vor, bis zur spanischen Grenze zu gehen. Ich könnte entweder in der letzten portugiesischen Pilgerherberge in Valença übernachten oder mein Glück im spanischen Tui auf der anderen Seite des Grenzflusses probieren. Ich hatte keine Lust, Portugal zu verlassen. Hatte auch gehört, dass die Spanier*innen weniger pilgerfreundlich wären, und wollte also den Moment des Abschieds vielleicht noch ein bisschen verzögern. Ich würde also sehen, wie es zu Mittagszeiten mit meinem Fortschritt und meiner Stimmung aussehen würde, und die Entscheidung darüber davon abhängig machen.

Typisch: „ins Universum“ nach Bestätigung für Bauchentscheidungen zu suchen.

Nach einer sehr schönen, einsamen Strecke entlang des Flusses Minho auf der sogenannten „Ecopista“ ging mein Weg durch Dörfer. Allmählich wurden die Menschen weniger freundlich, Wachhunde bellten aggressiver, es lag mehr Müll auf dem Boden und die durchwanderten Ortschaften waren weniger hübsch und wirkten teilweise wie ausgestorben. Durch ein großes Industriegebiet ging der Weg auch noch. Das Ende (von Portugal) nahte!

Im Pilgerführer stand, dass eins der Restaurants vor Valença Pilger*innen ein Glas Wein schenkte, um „den Abschiedsschmerz zu lindern“. Ich war neugierig auf die Erfahrung, ein solches Geschenk zu bekommen, und weniger darauf, mir am „frühen Morgen“ einen hinter die Binde zu kippen, und suchte jedenfalls einen entsprechenden Umweg zur so angepriesenen Gaststätte. Die Beschreibung passte zum Restaurant, das nun vor mir stand, dessen Namen aber nicht. Ich ging hin, um entweder mein Glas Wein zu empfangen oder mir zumindest bestätigen zu lassen, dass ich am richtigen Standort war. Der Wirt bestätigte Letzteres und schien mir nichts schenken zu wollen. Es gab die letzten Jahre wohl einen Inhaberwechsel.
Ich ging also etwas beschämt sowie leicht enttäuscht wieder.

Erwartungen führen halt zu Enttäuschungen.

Dafür war der nächste Gaststättenbesuch deutlich aufschlussreicher. Kurz vor der Mittagspause haben sich mein Weg und der von „meiner deutschen Pilgerin“ wieder gekreuzt: Ich lief gerade zurück zum offiziellen Weg, als sie um die Ecke geschossen kam. Wortwörtlich. Das war sehr lustig, sich so schon wieder zu treffen. Sie lief gerade ohne ihren „mitgebrachten Mitpilger“. Er wäre vorgelaufen. Wenige hundert Meter später sahen wir ihn auf einer Café-Terasse sitzen. Mit der anderen Deutschen, mit der ich zwei Tage zuvor das Abendessen am Strand geteilt hatte. Ich freute mich sehr über ihn, nicht so über ihre Anwesenheit. Sie hatte bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen. Ich wollte dann gleich weiterlaufen, aber wir verquatschten uns. Ich hatte eben Lust auf Kaffee, hatte Hunger und der Wirt war so wahnsinnig einladend, dass ich mich doch für das Zusammensitzen entschied. Es war nett, ich merkte aber, dass ich mich wieder über die für mich unangenehme Begegnung ärgerte und nutzte die Gelegenheit, dass die betroffene Kollegin vom Wirt ausführlich etwas erklärt bekam, um schnell wieder zu gehen.

Mal wieder ergriff ich die Flucht.

Bis zum Einschlafen in der Herberge hatte ich immer etwas Angst, dass sie wieder auftauchen würde und ich es nicht schaffen würde, mich von ihr fernzuhalten, ohne unfreundlich zu werden. Was ich dann nicht wusste: sie würde mit den zwei Anderen für die Nacht in einer Pension bleiben, die vom Café-Wirt betrieben war.
Besagter Wirt meinte nämlich, es sei keine gute Idee, bis Tui zu laufen, denn es sollten aufgrund einer Großveranstaltung in der Gegend alle Unterkünfte ausgebucht sein, und wir sollten lieber nur bis Valença laufen. Von Anderen, die an dem Tag in Tui übernachtet hatten, erfuhr ich im Nachhinein, dass es nicht so war. Selbst in der offiziellen Pilgerherberge hätte es noch Betten gegeben.
Es war wahrscheinlich so, dass der Schelm uns auf seine Pension bei Valença auf diese Art schmackhaft machen wollte. Für mich war es schon gelaufen, bzw. ich war schon fortgelaufen. Bei den drei Anderen ist das Angebot gut angekommen. Sie hätten dort einen wundervollen Abend gehabt. Es wurden also alle glücklich: ich (denn ich blieb noch eine Nacht in Portugal und wurde in der Herberge allein gelassen), die drei deutschen Mitpilger und der Wirt. Perfekt!

Die Altstadt von Valença

Ich war an dem Tag die Erste in der Herberge und konnte mich in Ruhe ein Bett aussuchen, duschen und meine Tageswäsche machen. Dann ging ich mir die schöne Altstadt von Valença anschauen. Die spanische Grenze war direkt vor meiner Nase. Ich fand das aufregend.
Der Nachmittag würde mich jedoch etwas traurig stimmen: Die Altstadt war voller spanischen Shopping-Touristen, die auf Schnäppchenjagd waren. In der Nähe von der Herberge war ein riesiger Markt auf Ödland. Tankstellen. Großsupermärkte. Die Autobahn lief vorbei. Im Café, in das ich mich zum Tagebuchführen abseits der „touristischen“ Altstadt zurückgezogen hatte, erhielt ich ein sehr günstiges, etwas schales Bier von der jungen, nicht so hübschen Tochter des Wirtes, der nur einen Arm hatte.

So sieht ein Grenzgebiet aus, wenn man auf der falschen Seite des Systems liegt.

Ich ging in einen der Hypermärkte etwas Proviant und mein Abendessen einkaufen und ging früh ins Bett. Am nächsten Tag hatte ich eine längere, etwas anstrengendere Etappe vor mir. In Spanien dann.

Dazu mehr hier.

Camino 1, Tag 11

„Ein bisschen Wellness,
Teil 2″

Ich zog an dem Tag alleine los und war bis auf 2 Mal extrem heiter unterwegs.

Das erste für mich etwas ärgerliche Erlebnis war, als ich auf einem schönen bergigen Abschnitt im Wald an 2 Pilger*innen vorbeihetzte, weil sie beim Laufen gerade mit Lautsprecher (!) Musik hörten. Das fand ich absurd und nervenaufreibend. Das zweite Mal an dem Tag war, als ich mich verlief und entlang der Landstraße anstatt über die Dörfer zum Etappenziel eine Weile weiterziehen sollte. Ich hätte zurückkehren können, fand es aber auch passend, den von mir unabsichtlich eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen. Es ist, wie es ist. Außerdem konnte ich so auch das „stinknormale“ Portugal und nicht nur seine malerischen Seiten besser kennenlernen. So schlimm war das alles sowieso nicht.

Ich war jedoch sehr erleichert, dass die private Herberge in Loivo, in der ich übernachten wollte, von besagter Landstraße aus sehr gut ausgeschildert war. Ich war die erste Pilgerin vor Ort und konnte mein Bett reservieren. Ich wurde etwas davon irritiert, dass der eine Gastgeber mich fast etwas zu lockerflockig in Empfang nahm. Bis die Räumlichkeiten sauber wurden und ich mein Bett „beziehen“, duschen und meine Tageswäsche machen konnte, dehnte ich mich im netten Vorgarten, wo ich jedoch auf Hundekot achten musste. Einmal durchatmen war angesagt: Ich war nicht mehr „auf dem falschen Weg“, hatte einen Schlafplatz und konnte mich nun entspannen.

Der Rio Minho aus Vila Nova de Cerveira aus

Zu Mittag ging ich „in die Stadt“ nach Vila Nova de Cerveira. Es gäbe auch ein paar Sehenswürdigkeiten. Mein Hunger war aber gross und ich hielt gleich am Ortseingang an, wo eine Art Bistro-Bäckerei allerlei günstige Sattmacher im Angebot hatte. Es war einfaches Imbiss-Essen, aber ich war damit sehr zufrieden und die Bedienung war sehr freundlich. Danach ging ich unbekümmert den Ort erkunden.

Ich war mit Sightseeing recht schnell durch. Das Städtchen-Zentrum war sehr überschaubar. Dafür wurde der Flussufer sehr schön ausgebaut und an der entsprechenden Ecopista lang würde ich einen Spaziergang machen. Spanien war schon in Sicht! Nur noch dieser Fluss trennte den Weg davon. Die Portugiesen schrieben seinen Namen Minho, die Spanier Miño. Aufregend!

Am Nachmittag gönnte ich mir vor lauter Langeweile noch ein Eis am Ufer und lief zurück in die Herberge. Mittlerweile war die Bude voll. Nur Deutschsprachige wieder. Es waren sowieso sehr viele (hauptsächlich?) Deutschen auf dem Camino Portugués unterwegs. Die eine Gastgeberin in der Herberge war auch Deutsche, was im deutschsprachigen Pilgerführer auch angemerkt war, dem viele folgten. Es zog vermutlich an.

Ich fand es ulkig. So nur unter Deutschsprachigen in einem portugiesischen Dorf.

Jedenfalls war der Aufenthalt echt luxuriös: Bad mit Frauenhygieneprodukten, nur 5 Betten im Schlafsaal, Ausstrahlung von The Way von Emilio Estevez (den ich noch nicht gesehen hatte!) im Gemeinschaftsraum, großzügiges günstiges Abendessen… und MASSAGEGERÄTE!!! Ich habe mir 2 x Nacken- und 2 x Fussmassage gegönnt. Was für eine Wohltat!

Vegetarischer Auflauf für alle.

Nach dem Film war das Abendessen fertig und der grosse Tisch wurde gedeckt. Es kamen mehr Pilger*innen dazu, die in der zweiten kleinen privaten Herberge des Dorfs untergekommen waren. Unter anderem „meine“ zwei Deutschen! Es war eine wundervolle Runde und der Sonnenuntergang auf der Terrasse mit Blick auf den Minho war wirklich reizend.

Am nächsten Tag würde ich Spanien erreichen… können. Warum mein Übergang sich aber verzögerte, erfahrt Ihr hier.

Camino 1, Tag 10

„Ein bisschen Wellness,
Teil 1″

Ich wurde am Morgen in der privaten Herberge von Paço mit einem Kaffee von „meinen zwei deutschen Mitpilgern“ überrascht. Mit einer der beiden würde ich an dem Tag loslaufen, der Zweite würde kurze Zeit später aufbrechen.
Wir verabschiedeten uns von allen. Ich machte mir nun Sorgen um Eine, die schon einige Tage an dem Standort stehen geblieben war und nicht weiterkam. Sie „wollte noch ein bisschen bleiben“. „Es wäre so schön da.“ Sie trank dort auch durchgehend diverse alkoholische Getränke, die die Herberge in Selbstbedienung bereitgestellt hatte. Womöglich hatte sie ein Ereignis bzw. eine Nachricht unterwegs getroffen, womit sie nicht zurecht kam.
Jemand war möglicherweise in ihrem Umfeld gestorben. Vielleicht die Person, „für die“ sie diesen Jakobsweg lief.

Viele machen sich auf den Weg, um zu trauern. Manche laufen auf dem Jakobsweg in der Hoffnung, dadurch die eigene Heilung oder die einer geliebten Person zu unterstützen.

Diverse Pilgerratgeber

Vor dem Einschlafen am Abend zuvor hörte ich zum Beispiel, wie jemand leise im Bett ein Gebet für diejenigen Mitpilger*innen aufnahm, die ein Kind (auch?) verloren hatten.
An besagtem Morgen wünschte ich den beiden besonders viel Kraft und Glück für die Weiterreise.

Ich startete dann zwar mit der Deutschen zusammen, lief aber meist ein Stück vor ihr. An dem Tag war das Wetter perfekt für das Wandern und die Landschaft unterwegs war absolut malerisch: Wald, hübsche Dörfer, ein paar steile Abschnitte, ein Städtchen mit gigantischem Strand… Traumhaft.
Es war Herbst, kurz vor der Weinernte. Der Weg ging sehr häufig durch Weingebiete, so dass regelmäßig Weintrauben am Wegrand – teilweise über dem ausgebauten Wanderweg – hingen. Im Gegensatz zu manchen Wander*innen, fühlte ich mich nicht berechtigt, mich einfach zu bedienen. Aber als es bei einem Korb voller frisch gepflückten im Morgentau gewaschenen Weintrauben hieß: „Für Pilger*innen“, nahm ich mir doch was davon. Wie nett!

Als meine Wegbegleiterin der Stunde mich kurz darauf einholte, machte ich sie auf den Korb aufmerksam, den sie übersehen hatte. Sie fand das auch sehr nett, ging aber einfach vorbei. Wenige Schritte weiter biss ich beiläufig in die Weintraube rein, die ich mir genommen hatte.

Die besten Weintrauben, die ich jemals aß.

Es waren die besten Trauben, die ich jemals gegessen hatte. Ich könnte den Geschmack nicht mal richtig beschreiben, so intensiv und neu war das für mich. Das musste meine Kollegin unbedingt auch erleben. Ich drehte mich voller Verwunderung und Begeisterung zu ihr und meinte, sie müsste unbedingt kosten. Was für ein Geschenk!

Später holte uns ihr „mitgebrachter Mitpilger“ ein. Ich lief bald darauf alleine weiter.

Ich hatte vor, den offiziellen Weg nicht bis zum Ende der Etappe zu folgen, sondern weiter an der Küste lang zu laufen. Meine Wunschunterkunft war sowieso vor dem Ortseingang von Caminha, direkt am Wasser und nicht auf dem offiziellen Weg. Es lohnte sich also doppelt, anders als angegeben zu laufen.

Bereits Stammkundin der Campingplatzgesellschaft!

Wie oft vor der Ankunft hatte ich ein bisschen Bammel davor, kein Bett mehr für die Nacht zu bekommen: Ich hatte bewusst nichts gebucht und womöglich war der von mir angesteuerte Campingplatz für die Saison bereits am Schließen… Wie immer lief jedoch alles glatt. Und weil der Campingplatz tatsächlich fast schon leer war, musste ich dieses Mal den Bungalow nicht teilen. Ich hatte Einen ganz für mich alleine. Und am Nachmittag hatte ich den angrenzenden Strand auch noch für mich alleine!

Wie immer nach dem Check-in, dem Mittagessen, der Dusche und meiner Tageswäsche, schrieb ich am Strand höchst vergnügt in mein Tagebuch rein. Und konnte ein bisschen Wellness machen: die Füße waren nämlich etwas schmerzhaft und stundenlanges Barfusslaufen auf dem feuchten Sand bzw. direkt im kühlen Salzwasser war sehr wohltuend.

Seesand- und Meerwasserbehandlung

Als ich zurück auf dem Campingplatz war, sah ich, dass eine Wanderin in einem Nachbar-Bungalow angekommen war, die ich schonmal unterwegs getroffen und kurz gesprochen hatte. Sie wirkte freundlich auf mich und ich hatte gerade Lust auf einen geselligen Picknick beim Sonnenuntergang am Strand. Ich fragte sie dann, ob sie mitmachen wollen würde. Sie nahm mein Angebot sehr erfreut an. Wir gingen dann zusammen in die Stadt einkaufen.

Ich bereute diese Einladung später ein wenig: sie war sehr mitteilungsbedürftig und meckerte viel. Ihre Anspruchshaltung wurde mir zunehmend unangenehm. Den Rest wurde mir dann gegeben, als sie sich unserem so wahnsinnig freundlichen und großzügigen Gastland gegenüber in meinen Augen respektlos verhielt: sie warf Essensreste bzw. -müll direkt auf den sonst mackellosen Strandboden. Ich lenkte das Gespräch dann auf das Thema „Müll beim Pilgern“ um und wir echauffierten uns gemeinsam darüber, wie Menschen eben so respektlos sein könnten und ihren Müll einfach unterwegs auf den Weg schmissen. Sie brachte das leider nicht in Verbindung mit ihrem Verhalten zusammen. Ich schämte mich sehr. Ich setzte noch eins drauf, dieses Mal direkter: ich hätte eine Mülltüte dabei, sie müsste das Zeug also nicht auf den Boden werfen. „Ja ja, wenn es zu viel wird, hebe ich das dann auch auf.“ Pustekuchen. Nichts hat sie aufgehoben. Ich wurde zu ärgerlich, um ihr höflich darauf aufmerksam zu machen, dass gutes Benehmen auch im Ausland galt. Auch wenn *sie* gerade im Urlaub war. MANN!

Am nächsten Morgen habe ich mich erfolgreich an ihrem Bungalow vorbeigeschlichen. Und war erleichtert zu wissen, dass sie ab dem Ort nicht den gleichen Weg wie ich laufen wollte, sondern die Fähre von dort nach Spanien nehmen wollte, um den Weg über Vigo zu laufen. Ich würde meinerseits entlang des Minho Flusses nach Valença laufen.

Sie hatte den Abend mit mir ihrerseits dagegen so toll gefunden, dass sie mir doch hinterher gelaufen war und wir trafen uns ein paar Tage später unverabredet wieder.

Wie es dazu kam, erzähle ich hier.

Camino 1, Tag 9

„Geselligkeit?“

Im Schlafsaal der Herberge von Viana de Castelo war ich die Vorletzte, die aufstand. Ich hatte den Abgang vom Spanier am sehr frühen Morgen noch mitbekommen, verschlief aber, wie die anderen sich auf den Weg gemacht hatten. Die Letzte rührte sich auch, als ich packte. Wir hielten einen kurzen Plausch. Sie äußerte etwas Wehmut, weil sie noch niemanden auf diesem Jakobsweg wirklich kennengelernt hätte. Irgendwie würde sich das alles zerlaufen. Ich versicherte ihr, dass sie aber gewiss manche noch mehrfach wiedersehen würde und verabschiedete mich. Vermutlich war ich nicht die Einzige, die den Weg lief, um zur Ruhe zu kommen. Ich fand es zwar sehr schön, mich ab und zu mit anderen auszutauschen, aber ich wollte vorrangig mir selbst begegnen können. Das ging nur mit Zeit und Einsamkeit gut. Wobei ich rückblickend sagen kann, dass die gewichtigeren Erkenntnisse, die ich auf diesem Camino gewann, durch den Austausch und die Anregungen von Gesprächspartner*innen ermöglicht wurden.

An dem Tag wurde das Thema „Rücksicht“ wieder aktuell. Besser gesagt: mein Gefühl, dass *nicht genug Rücksicht* auf andere und die Umwelt genommen würde. Dieses Thema würde mich sogar durchgehend beschäftigen.

Ruhe.

Als ich zum Beispiel in der (traumhaft schönen!) privaten Herberge in Carreço bzw. Paço mir ein Bett reservierte, hieß es, dass das tatsächliche Einchecken vor Ort und der Bezug von besagtem Bett später als sonst stattfinden würde: die Nacht zuvor wurde die gesamte Location von einem Startup gebucht. Es wurde wohl ordentlich „gefeiert“ (übersetzt: gebechert) und die Herrschaften mussten erstmal ihren Kater ausschlafen.

Ich ging bis dahin eine unmenschliche Menge an Essen vom Pilgermenü im benachbarten Restaurant vertilgen. Es war nicht alles blitzblank vor Ort, dafür war das Essen fast komplett frittiert, also fühlte ich mich nicht gehemmt, möglichst aufzuessen. Was hätte da schon schief gehen können? 😀
Ich war früh dran und somit alleine im Speisesaal. Ich durfte beim Essen „Lethal Weapon 4“ auf Portugiesisch anschauen. Irgendwie wurde ich dabei wieder heiter.

Auch zum angesagten späteren Zeitpunkt waren die Räumlichkeiten der Herberge leider noch belegt. Ich wollte endlich duschen und mich dehnen und ausruhen. Und musste mir stattdessen anschauen, wie diese entitled little sh*ts noch im Schlafanzug und wenig einsatzbereite Hirnmasse gemütlich durch die Gegend streiften. Die leeren Flaschen im Gemeinschaftsraum würden auch eine Weile brauchen, um entfernt zu werden…

Und ich dachte, ich könnte der Startup-Welt auf dem Jakobsweg entkommen.

Ich so, innerlich.

Ich hielt leider weiter an meiner Missgunst fest. Und wurde davon genervt, dass es später auch im Schlafsaal nicht möglich war, Ruhe zu haben, denn es wurde laut telefoniert. Dann davon, dass auch Pilger*innen vom zweiten Haus sich es in „unserem“ Gemeinschaftsraum am Abend gemütlich machten, weil er schöner als im anderen Haus war. Die Bude wurde so richtig voll. Selbst als ich mich draußen *im Regen* hinsetzte, um alleine zu sein, kamen Raucher*innen dazu.

Überall Menschen, überall Smalltalk.

Ich denke, ich war an dem Abend nicht mehr so freundlich, wie ich es hätte sein wollen.

Auf der anderen Seite wurde ich bekocht, nachdem ich „den zwei Deutschen“ meinen Proviant am Nachmittag verschenkt hatte: sie waren außerhalb der Öffnungszeiten des Restaurants und des Dorfladens angekommen und hätten sonst keinen Zugang mehr zu Essen bis zum Abend gehabt. Wir lernten uns etwas besser kennen.

Es gab außerdem eine Gitarre im Raum, die ich etwas bespielte. Die Anwesenden waren begeistert. Es tat auch mir gut.

„And fade out again…“

Am nächsten Morgen bekam ich einen frischen Kaffee und ein bisschen Käse von besagten deutschen Mitpilger*innen und startete erstmal mit der einen alleine. Diese Etappe bis Caminha sollte traumhaft werden.

Darüber gibt es hier zu lesen.

Camino 1, Tag 8

„Die Wende.“

Ab Marinhas würde ich mich für den Tag vom Meer verabschieden müssen, denn der Weg ging nun über Dörfer durchs Land. Nach der Wende an besagter Straßenkreuzung hatte ich ein ganz anderes Erlebnis von diesem Jakobsweg. Erst kürzlich war ich gereizt, sauer sogar auf meine Mitmenschen und hatte den Fokus auf unschöne Aspekte des Weges, nun war ich super gelaunt, ab und zu redelustig, und mir gefiel die Landschaft wieder ausgesprochen: viele Waldpisten, bergig, schöne Dörfer. Und das Gefühl, nützlich zu sein, weil mein Mitpilger mir und nicht Wegweisern die ganze Zeit im vollen Vertrauen folgte, war auch beflügelnd.

Echte Waldpisten, ohne Schutt oder Asphalt. Das ist für mich „richtiges“ Wandern.

Nachdem meine neue Bekanntschaft an dem Tag ausnahmsweise keine weite Strecke hinterlegen wollte und ich sowieso nicht, liefen wir ungefähr zum gleichen Tempo. Mal war ich vor ihm, mal hinter ihm. Spätestens bei Trink- und Umziehpausen starteten wir wieder zusammen. So ergaben sich lauter nette Gespräche über den Vormittag verteilt.

An dem Tag kreuzte mein Weg immer wieder auch den von zwei Deutschen, die ich bis Santiago de Compostela für ein Paar hielt. Auch das war nett und witzig.

Gegen das Ende der Tagesetappe sah mein Mitpilger etwas nachdenklich aus. Der Abstand wurde gefühlt immer größer.

In Viana do Castelo gingen wir zur kirchlichen Herberge, in der wiederum wir am Empfang für ein Paar gehalten wurden. Nach Richtigstellung, dass wir lediglich „compañeros de camino“ waren, konnten wir Betten reservieren. Die Übernachtung kostete so gut wie nichts und ich habe in der Nacht erstaunlich gut schlafen können. Obwohl ein Dutzend weitere Pilger*innen dabei waren.

São João da Cruz dos Caminhos

Wir konnten unser Gepäck allerdings noch nicht in den Schlafsaal, dafür aber in Sicherheit bringen. Wir gingen dann mit einer weiteren Pilgerbekanntschaft von ihm, die wir vor Ort trafen, zur nächsten Café-Bäckerei. Ich hatte einen Mordshunger, wollte aber noch bald ein richtiges, warmes, üppiges Mittagessen, idealerweise ein sogenanntes „Pilgermenü“ , irgendwo essen gehen. Habe also keine Süßigkeit bestellt. Sondern nur ein Bier. Mein Tagesbegleiter auch. Er kam jedoch auf die ungünstige Idee, in dem Zustand (nach 20 km Wandern und nichts Nahrhaftes im Magen), sich ein zweites Bier zu holen, das er prompt leeren musste, damit wir noch rechtzeitig zurück in die Herberge kommen könnten, um gemeinsam mit den anderen zum Schlafsaal geführt zu werden. Die Herberge war nämlich gross.

Mein Laufkumpane hatte sich somit selbst ausgeknockt und kam erst nach einem Nickerchen und mit Kopfschmerzen dazu, essen zu gehen. Ich empfohl ihm dann das Restaurant, in dem ich gerade satt wurde: Pilgermenü mit gegrillten Sardinen (<3), und der Espresso wurde mir dort geschenkt, weil ich der einen Köchin zum Geburtstag mitgratuliert hatte, nachdem ihr in der Pause einen Blumenstrauß von einer jungen Dame (ihrer Tochter?) überreicht wurde. Das hatte ich ja mitbekommen. Vor diese Gaststätte setzte ich meinen etwas verkaterten Mitpilger ab und drehte anschließend eine wunderschöne Runde durch Viana do Castelo, u.a. auf dem Monte Santa Luzia.
Auf dem Berg waren die zwei Deutschen, die ich an dem Tag vielmals gesehen hatte. Ich bot an, von ihnen ein Bild vor der Basilika Santa Luzia zu machen. Das Angebot wurde angenommen und wir plauderten dann ganz kurz. Angeblich konnte man sich einen „ganz besonderen“ Stempel auf dem Sanctuário holen. Wir gingen also zusammen auf „Stempeljagd“ und verabschiedeten uns dann.

Auf dem Santa Luzia Berg

Die beiden würde ich auf dem weiteren Weg gefühlt tausend Mal wiedersehen. Und mit einem der beiden zur Kathedrale von Santiago gemeinsam ankommen.

Den Spanier habe ich nie wieder getroffen.

Am nächsten Tag ging es dann wortwörtlich berghoch.

Camino 1, Tag 7

„Den Weg zurückfinden.“

In der Nacht habe ich in dem großen Schlafsaal der Pilgerherberge in Marinhas mehr schlecht als recht geschlafen. Ich ging wie immer schon am frühen Abend ins Bett. Aber wie ich bereits erzählte, gab es ein lautes auch wenn schlecht besuchtes Volksfest nebendran, so dass das Einschlafen erst spät möglich war. Dazu hatte ich das „Klapperhochbett“ erwischt: Sobald eine der zwei Liegenden nur mit der Nase rupfte, wurde das Gestell knirschend geschüttelt. Ein Vorteil hatte es: sobald meine Bettkollegin anfing zu schnarchen, musste ich mich lediglich etwas bewegen, um sie über das so gerüttelte Gestell gleich zu unterbrechen. Es war irgendwie lustig. Schlafen wäre schöner gewesen, aber na ja.

Am nächsten Morgen wurden alle wach, sobald die ersten Wander*innen aufstanden. Das war im Schnitt gegen 5 Uhr, falls einer fragt. Ich bemühte mich zwar, MIT DER KRAFT MEINER OHRENSTÖPSEL wiedereinzuschlafen, gab es aber nach kurzer Zeit wieder auf. Alles schüttelte und reckte sich, es klapperte und klickte, Stoffe rieben sich und schliffen auf Betten und Böden. Kurz vor 7 Uhr hatte ich mich also schon angezogen, frisch gemacht, hatte gepackt und aß noch ein paar Kekse auf dem Vorplatz der Herberge. Die Küche war mit den ganzen frühen Vögeln zu voll für meinen Geschmack. Und Kaffee gab es da auch nicht, in dem Sinne: lieber draußen in Ruhe und in der frischen Luft „frühstücken“. Es war um die Uhrzeit in der Jahreszeit noch nachts.

Während ich an meinen Keksen nagte, machte u.a. ein Mann los, der mir am Vorabend bereits aufgefallen war. Ich wüsste nicht, warum er mir aufgefallen war, aber es war so. „Schade, schon vorbei“, sagte ich mir leise, meine Chance damit als verspielt einschätzend, mich mit ihm zu unterhalten. „Es ist, wie es ist.“ Und in dem Fall sollte es wohl nicht sein.

„Nicht da lang!“

Wie immer lief ich mit meinem Pilgerführer in der Hand los, welcher mir alle Abbiegungen und Kreuzungen sehr präzise beschrieb. Für die erste Abbiegung wusste ich, dass ich gut aufpassen musste, denn sie war schwer zu sehen. Insbesondere dann, weil die Sonne noch lange nicht aufgegangen und die Straßenbeleuchtung im Dorf nicht so stark waren. Als ich an der erwarteten Kreuzung stand, sah ich einige hundert Meter vor mir einen Wanderer, der sich allmählich weiter vom Weg entfernte. Er lief gemütlich den dunklen Berg hoch. Er hatte sich gewiss verlaufen. Ich versuchte ihn nur halblaut zu rufen, um die Dorfbewohner*innen nicht zu ärgern. „Hey!… HEY!!!“ hustete ich in seine Richtung. Er stoppte und drehte sich um. Ich gestikulierte so, dass er verstand, dass der Weg vor mir abbog und er das wohl verpasst hatte. Er lief zurück. Ich wartete.
Es war „der“ Typ! Nun hatte ich meine Chance, ihn mal kennenzulernen. Wenn er plaudern wollen sollte. Er war mir nämlich bereits als Einzelgänger aufgefallen; möglicherweise war er nicht an einem Gespräch interessiert.

Wir liefen erstmal gemeinsam und still weiter. Auf dem „richtigen“ Weg. Schritt für Schritt fingen wir an, uns etwas zu unterhalten. Sein English war eingeschränkt, so dass wir aber nicht viel reden konnten. Gegen 8:30 hatte ich gute Hoffnung auf eine schwarze Brühe, denn Cafés hatten oft um die Zeit aufgemacht. Und in meinem Pilgerführer stand, dass demnächst eins zu finden wäre. Mein Wegbegleiter schien der Idee eines Warmgetränks nicht abgeneigt zu sein. Wir bogen zum nächsten Café in Sicht ab, das aber noch geschlossen war. Wir liefen dann zurück zum offiziellen Weg und weiter. Wir erreichten bald das empfohlene „Café auf dem Weg“, das tatsächlich geöffnet war, lauter Frühstücksleckereien im Angebot hatte und unsere Pilgerausweise mit einem weiteren Stempel versehen konnte. Super!

But first, coffee.

Nachdem wir uns heiter für unser zweites, luxuriöseres Frühstück hingesetzt hatten, erfuhr ich, dass er Spanier war. Und als ich ihm mitteilte, wo ich aufgewachsen war, antwortete er mir in meiner Muttersprache. Dort, wo er lebte, wurde sie nämlich gesprochen. Wir könnten es mit dem Englischen somit lassen, denn das wäre so für ihn einfacher. Ich denke, in dem Moment strahlten wir beide vor Freude und Erleichterung, dass wir eine gemeinsame Sprache hatten. Ausnahmsweise für mich war es sogar „meine“.

Die Unterhaltung auf dem weiteren Weg war dadurch deutlich lockerer. Er erzählte, dass er schon seit Monaten auf verschiedenen Fernwanderwegen unterwegs war. Dass er die See liebte. Und die Berge. Er erklärte, wie er das mit seinem Arbeitsleben einrichten konnte, so lange weg zu sein.
Ich fand immer schon Laufbahnen außerhalb von ausgetretenen Pfaden spannend. Vor allem solche, die viel Freizeit „am Stück“ ermöglichten. Und das Reisen. Seine Erzählung beeindruckte mich sehr. Sie weckte etwas in mir.

Im Gespräch mit ihm ertappte ich mich auch wieder dabei, zu erklären, wie bedauerlich ich es fand, kein Spanisch zu können. Ich würde u.a. aufgrund meiner anderen gesprochenen Sprachen wahrscheinlich nur wenige Monate brauchen, um fließend sprechen zu können. Ein paar Freund*innen und Bekannte hätte ich sogar in Spanien, die ich bei einem Spanischkurs in Spanien wiedersehen könnte.
Kurze Zeit später war in mir eine Idee geboren. Nach dieser Erkenntnis:

Ich könnte das jetzt gleich im Anschluss dieses Jakobswegs machen.

Ich hätte Zeit, Ressourcen und keine nennenswerten Verpflichtungen. Ich war recht baff, dass diese lang ersehnte aber nie richtig erforschte Möglichkeit, mal ordentlich Spanisch zu lernen, plötzlich als plausible, sinnvolle Option vor mir stand. Wollte aber nicht vorschnell sein und nahm mir vor, diese Idee im Laufe des weiteren Wegs reifen zu lassen. Vielleicht war es doch nur eine Schnapsidee und ich erkannte es nicht, weil mir sonst partout nichts besseres einfallen wollte?

Ich sitze übrigens gerade in meiner Wohnung in der trüben Großstadt, während ich das alles Wochen später nacherzähle, und kann Euch eins versichern: Ich arbeite gerade parallel mit Hochdruck daran, diese zum Plan gewordene Idee spätestens Anfang nächsten Jahres umzusetzen.

Es war wohl „mein Camino-Moment“ .

Das klingt vielleicht unspektakulär, aber eine solche „spontane“ Reise nach Spanien ergab für mich auf einmal in allerlei Hinsicht Sinn. Und auf dem Jakobsweg war ich lediglich nach Sinn hinterher. Und auf der Spur von meiner Herkunft…

El Baile del Flamenco en Rojo II von Fabian Perez

Außerdem war der Weg an sich an dem Tag wundervoll. Davon erzähle ich hier.

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten