Im ersten Beitrag dieser Serie über mein Gepäck für meinen letzten Jakobsweg habe ich über Wanderklamotten und -ausrüstung gesprochen. Im vorigen Beitrag über Alltagsklamotten, Geräte und Utensilien. Unsere heutigen Themen:
- Reiseapotheke
- Hygieneprodukte
Für später wurden diese noch aufgehoben:
- Proviant
- „Pilgerzeug“
- Dokumente und Geld
Reiseapotheke
In dem Bereich hätte ich auf ein paar Sachen verzichten können, weil ich sie nicht gebraucht habe. Jedoch möchte beim nächsten Mal alles nochmal und vielleicht ein paar Kleinigkeiten dazu mitnehmen:
Was noch nicht gebraucht wurde, kann bei der nächsten Wanderung doch nützlich bzw. wichtig werden, und was man selber nicht braucht, kann unterwegs verschenkt werden!

Was ich auf dem portugiesischen Küstenweg dabei hatte:
- Leukoplast (1/3-Rolle)
- Nagelschere
- Blasenpflaster in 2 Größen (2x 6)
- Sonnenschutz (fingerbreiter Rest)
- Magnesium (2x 15 Kautabletten)
- Hirschtalgcreme (100ml Tube)
- Fußpilzcreme (fast aufgebrauchte Tube)
- Papaya Fruchtsalbe (25g)
- Menstruationstasse, ein paar Spezialfeuchttücher
und 2x Sterilisationstabletten - 3x Kondome
- Mini-Erste-Hilfe-Set
- Döschen Tigerbalsam
- Hygienehandgel (halbes 50ml Fläschchen)
- Spezialhautschutzstick (22g)
- 2x Ibuprofen
- 4x Allergietabletten

Was ich davon wirklich gebraucht habe:
- Leukoplast
- 1x Blasenpflaster
- Sonnenschutz (nicht aufgebraucht)
- Magnesium
- Hirschtalgcreme (nur die Hälfte)
- Fußpilzcreme (und habe eine neue Tube unterwegs gekauft)
- Papaya-Fruchtsalbe
- Menstruationstasse und Sterilisationstabletten
- Hygienehandgel
- Spezialhautschutzstick
- 4x Allergietabletten

Was ich beim nächsten Mal mitnehmen werde:
- Leukoplast
eine ganze Rolle - 1 selbstgemischtes Döschen Blasenpflaster
In mehreren Größen: Kleine und Große für die Ferse und für die Zehen.
Habe auf der letzten Tour einige verschenkt, die welche gebraucht haben und werde beim nächsten Mal auch nicht daran sparen. - Sonnenschutz
Reisegröße - Magnesium
wieder 2x 15 Tabletten. Habe jeden Morgen nach dem Zähneputzen eine gekaut und fühlte mich durchweg super. Ob es geholfen hat, weiß ich nicht, geschadet hat es wohl nicht. - Hirschtalgcreme
eine ganze 100ml Tube, dieses Mal speziell für intensivere Belastungen,
zum Ausprobieren (die andere Creme fand ich schon super). - Fußpilzcreme
Resttube, bei Bedarf kaufe ich eine Neue unterwegs nach. - Papaya-Fruchtsalbe
genial für allerlei Hautwehwehchen (Irritationen, Mückenstiche, sonstige kleinen Wunden) - Menstruationstasse, ein paar Spezialreinigungstücher und Sterilisationstabletten
***Das Thema „Unterwegs menstruieren“ verdient einen eigenen Punkt, auf den ich für Interessierte extra eingegangen bin.***

- Hygienehandgel
Ich habe es allerdings eher zum schnellen „Frischmachen“ meiner Strickfleecejacke im Achselbereich als zum Händedesinfizieren benutzt. Wenn ich die Jacke nicht gleich waschen und dennoch nicht stinkig tragen wollte, hat es echt Wunder bewirkt. *INSIDERTIPP*
Es gab auf der Strecke sonst genug Möglichkeiten für mich, mir in Gaststätten die Hände wie gewohnt zu waschen. - Spezialhautschutzstick
Leudde! Ich sag es Euch: wenn Ihr auch so ne dünne Haut habt wie ich, kauft das Zeug UNBEDINGT! Durch die ständige einseitige Reibung meines Hüftgelenks mit dem Hüftgurt des Rucksacks hatte ich schnell schorfe Stellen am (Unter-)Hosenbund. Nicht nur hat das Zeug beim Laufen verhindert, das es schlimmer wurde, sondern es hat meine Haut trotz weiterer Reibung geheilt. *INSIDERTIPP* - Ein Blatt Allergietabletten
- 2x Ibuprofen
- Döschen Tigerbalsam
Das Döschen ist klein wie eine Cent-Münze und wiegt praktisch nichts. Hatte ich vor langer Zeit ohne Anlass in einem asiastischen Lebensmittelladen an der Theke mitgenommen. Wir werden sehen, ob ich es auf meiner nächsten langen Tour – dieses Mal auf steilerem Terrain – benutzen werde. - Mini-Erste-Hilfe-Set

Dazu würde ich für meinen nächsten anspruchsvolleren und einsameren Jakobsweg, den Camino del Norte, noch das hinzufügen:
- Rettungsdecke
Sie wiegt nur 15g und kann bei einer Verletzung, die einen*r zum Warten zwingt, das Leben retten. Die kommt dann mit.
Ich denke, weniger Apothekenzeug würde es auch bringen, aber ich hatte bei der ersten Wanderung kein Problem mit dem Gewicht am Rücken und war froh darüber, dass ich alles da hatte, was ich brauchte oder brauchen könnte. Ich werde also bei der nächsten Wanderung auch soviel dabei haben und ggf. unterwegs manches verschenken.
Es bleibt Euch natürlich überlassen, ob Ihr das auch so machen wollt, oder nicht.
Hygieneprodukte
Mein „Kulturbeutel“ war relativ minimalistisch. Auch dafür habe ich unterwegs ein besseres Gefühl entwickelt, was ich eigentlich brauchte, und was für mich überflüssig bzw. eher Luxus-Pflegeprodukte waren.

#coronakrise
Dabei hatte ich:
- 1x Rolle Toilettenpapier
- Plastikschuhe für Gemeinschaftsbäder
- 2x Packungen Taschentücher
- 1x Döschen Deo-Creme
- 1x Schampoo in Reisegröße
- 1x Restseife + Seifensäckchen
- Resttube Zahnpasta
- Restrolle Zahnseide
- zusammenklappbare Reisezahnbürste
- kleiner Plastikkamm
- 2x Papiernagelfeilen
- harte Silicon-Ohrenstöpsel
- 6x Ohropax
- 5 Slipeinlagen
Es geht noch deutlich weniger!

Jedoch würde ich persönlich beim nächsten Mal nur wenig daran ändern, was ich für die Körperhygiene mitnehme. Warum das so ist, erläutere ich auch hier.
Zunächst mal, worauf ich verzichten konnte:
- Toilettenpapier
Ich habe nur wenige Mal im Freien Pipi machen müssen, dafür braucht man kein Klopapier. Man bzw. frau kann sich einmal schütteln, um die hängenden Tropfen runter zu bekommen. Isso. Für alle andere Fälle hatte ich persönlich genug Möglichkeiten, in Gaststätten und Herbergen unterwegs das Bad zu benutzen.
Ich würde jedoch nicht darauf verzichten, denn wenn ich es dringend gebraucht hätte, wäre es ohne unangenehm gewesen. Vielleicht reicht dann aber eine halbe Rolle Klopapier. - Plastikschuhe fürs Bad
Ich hatte kein Bedürfnis, Plastikschuhe zu benutzen, um Duschen zu gehen. Mir schienen die Herbergen immer sauber (genug). Badelatschen würden für das nächste Mal trotzdem nicht schaden; das überlege ich mir aber noch. - 1x Restseife + Seifensäckchen
Habe ich zwar ein paar Male benutzt, hatte aber keinen Erfolg dabei, die Seife und ihr Säckchen gut trocken zu kriegen, bevor ich sie wieder einstecken musste. Und so habe ich mal beide in einer Pilgerherberge in Mós, Spanien, ans Hochbettgestell vorm Schlafengehen gehängt, und wenn sie nicht von jemand anderem in Anspruch genommen wurden, hängen sie da immer noch! 😀
Es gab in den meisten Herbergen Handseife, womit ich auch öfter geduscht habe, und mein eigenes Zeug so aufheben konnte. Es gab in einigen sogar Duschgel in den Duschen.
Ob das auf allen Routen der Jakobswege so ist, kann ich nicht sagen. Bei Bedarf kann jedenfalls überall Seife gekauft werden. Ich würde also entweder Seife oder Duschgel bzw. Schampoo mitnehmen. Mehr dazu weiter unten.

Gebraucht habe ich:
- 1,5x Packungen Taschentücher
- 1x Döschen Deo-Creme
Deo-Cremen haben den Vorteil, sehr platzsparend zu sein. Und da ich ein altes Döschen für Lippenbalsam aus Alu gereinigt und aufgehoben hatte, konnte ich Deo-Creme darein umgefüllt. Es war die perfekte Menge Deo für meine 4-wöchige Tour.
Es geht übrigens auch ganz ohne Deo, aber soweit bin ich noch nicht. - 1x Schampoo in Reisegröße
Ich habe nur Schampoo mitgenommen, weil ich das Zeug sowohl als Schampoo als auch als Duschgel und Waschmittel für meine Tagewäsche benutzt habe. Die kleine Flasche wurde trotzdem nicht ganz alle, denn ich war sparsam und habe möglichst viel Seife benutzt, die in den Herbergen vorhanden war. - Resttube Zahnpasta
Am Tag, an dem ich in Santiago de Compostela angekommen bin, ist meine Zahnpasta ausgegangen. Ich hatte aber die gute Idee, es Mitpliger*innen zu erzählen, die ich am Vorplatz der Kathedrale zufällig wiedersah und mit denen ich abends noch essen ging. Einige würden gleich wieder abreisen und mir wurde eine angebrochene Tube geschenkt. Perfekt. 🙂 - Restrolle Zahnseide
Ich habe kaum Zahnseide benutzt (Asche auf mein Haupt), aber ohne Zahnseide kriege ich manche Essensreste nicht aus meinen Zähnen raus und werde weiterhin welche mitnehmen. Nächstes Mal werde ich allerdings keine Rolle mehr, sondern 2x Zahnseide-Sticks mitnehmen. Die werden mir reichen, denn man kann sie mehrmals nutzen, wenn man sie reinigt, bis sie reißen. - zusammenklappbare Reisezahnbürste
- kleiner Plastikkamm
- 1x Papiernagelpfeile
Ich würde vielleicht auf die Nagelschere – falls für Erste-Hilfe-Zeug nicht nötig – verzichten und wieder 2 Papiernagelpfeilen mitnehmen. Die wiegen nichts und reichen, um (vor allem Zehen-)Nägel zu kürzen (WICHTIG!). - 1 Paar harte Silicon-Ohrenstöpsel
- 1 Paar Einweg-Ohrenstöpsel aus Wachs
Als meine Ohren wegen der harten Silicon-und-Platik-Ohrenstöpsel anfingen etwas zu schmerzen, habe ich kurzzeitig Wachsstöpsel benutzt. Eine Wohltat.
Ich habe fürs nächste Mal waschbare weiche Silicon-Stöpsel gekauft. Denn ich bevorzuge Wiederverwendbares, bleiben die Wachsteile bei der nächsten Wanderung zu Hause und die Silicon-Teile kommen alle – Harte und Weiche – mit. - 5 Slipeinlagen
Ich trage im Alltag Slipeinlagen. Allerdings kann man überall auf Jakobswegen welche kaufen, und ich dachte mir außerdem, dass ich auf sowas vielleicht verzichten könnte: Ich würde meine Unterhose ja direkt nach der Tagesetappe waschen. Und tatsächlich habe ich meist keine gebraucht.
Lediglich während meiner Tage habe ich eine Slipeinlage in Kombination mit der Menstruationstasse getragen: Perfekt! Mehr dazu wie gesagt in einem Sonderbeitrag.
So. Ich hoffe, es konnte der Einen oder dem Anderen weiterhelfen.
In den nächsten Beiträgen also, meine Erfahrung auf Jakobswegen mit:
- Proviant
- „Pilgerzeug“
- Dokumenten und Geld
Und einmal extra was zum Thema:
Bleibt gesund und munter und bis Tage dann!
Diese ganze Serie im Überblick:
Teil 1: Wanderklamotten und -ausrüstung
Teil 2: Alltagsklamotten, Geräte und Utensilien
Teil 3: Reiseapotheke und Hygieneprodukte
Sonderbeitrag: Auf dem Jakobsweg menstruieren
Teil 4: Proviant, „Pilgerzeug“, Dokumente und Geld
4 Kommentare zu „Gelernt: Ausrüstung Teil 3“